Affiliate Links im Inhalt mit CSS markieren

Als Blogger gibt es in Deutschland ein paar Gesetze, auf die man achten sollten, wenn man Texte öffentlich im Internet veröffentlicht. Ein sehr wichtiges ist hierbei das “Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb” (UWG). Es regelt Verhalten von Unternehmen auf dem Markt, die im Wettbewerb stehen. Selbst wenn man nur einen privaten Blog betreibt, sind die Chancen recht hoch, dass der Blog “nicht so ganz privat” ist. Viele Blogger binden Werbung auf ihrer Seite ein, um die Seite zu finanzieren. Andere binden “lediglich” sogenannte Affiliate Links ein. Aber diese werden ebenfalls als Werbung betrachtet und müssen daher auch als solche gekennzeichnet werden.

Rechtlicher Hinweis

Ich bin kein Anwalt und übernehme daher keine Verantwortung, wenn Teile meines Beitrags nicht komplett rechtlich fundiert sind. Dieser Beitrag soll nur eine technische Möglichkeit aufzeigen. Konsultiert also am besten einen Anwalt, der im Einzelfall für euch prüft, ob diese Kennzeichnung ausreichend ist.

Wann müssen Affiliate Links gekennzeichnet werden?

Viele Blogger, die Affiliate Link einsetzen, tun dies in einer korrekten Art und Weise. Sie kennzeichnen solche Links ganz klar im Text oder die Links sind ohnehin als Werbung erkennbar (wie etwa der Link (das Bild) in meiner Sidebar zum Affiliate Programm von Host Europe). Aber einige sind vermutlich nicht als solche erkennbar. Die aktuelle Rechtsprechung geht davon aus, dass Werbelinks auf solchen Seiten gekennzeichnet werden müssen, die “den Anschein der Neutralität” erwecken. Was genau das aber heißt, kann euch wohl nur ein Anwalt sagen. Aber wie kennzeichnet man diese nun am besten? Einfach einen Hinweistext wie etwa “manche Links auf dieser Seite sind Affiliate Links” wird nicht ausreichend sein. Wie geht es also besser? Eine sehr einfache Lösung wäre es, wenn man einfach “(Werbelink)” hinter jeden dieser Links setzt. Aber die Gefahr ist natürlich groß, dass man dies mal vergisst.

Links mit CSS markieren

Um Affiliate Links zu platzieren und die Linkziele stets aktuell zu halten, werden sie wohl nur selten manuell eingefügt. Meistens verwendet man hierzu spezielle Plugins, die diese Aufgabe übernehmen. Es gibt eine Vielzahl davon und da ich selbst keines einsetze, soll uns das Plugin ThirstyAffiliates für diesen Beitrag als Beispiel dienen. In der Beschreibung wird es als “affiliate link management & link cloaking tool” beschrieben. Es versteckt also den Werbelink hinter einer schönen URL. Das ist natürlich noch problematischer, da hier selbst ein erfahrener Nutzer den Werbelink noch schwieriger als solchen erkennt. Ein solcher Link könnte etwa wie folgt aussehen:

http://example.com/recommends/host-europe/

In der URL wird lediglich der Begriff “recommends” (Englisch für “empfiehlt”) verwendet. Es ist also nicht unbedingt ersichtlich, dass diese Empfehlung mit einer Geldleistung verbunden sein könnte. Da das Plugin allerdings keine Option biete, einen solchen Link automatisch kennzeichnen zu lassen, müssen wir eine andere einfache Lösung dafür finden. Als mich jemand nach genau dieser Problemlösung gefragt hatte, bin ich auf dieses kleinen CSS Code gekommen:

a[href*="/recommends/"]:after {
	content: " (Werbelink)";
}

Da das Plugin in diesem Beispiel immer das gleiche statische Wort in den URLs verwendet, können wir einen einfachen CSS-Selektor schreiben, der an jeden Link einen Text anhängt. Ob diese Lösung allerdings rechtlich ausreichend ist, das kann euch der Anwalt eures Vertrauens bestimmt erläutern.

Fazit

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Blogbeitrag ein wenig aufklären, wieso die korrekte Kennzeichnung von Affiliate Links wichtig ist und wie es recht einfach gelöst werden könnte. Wenn ihr also einen “nicht ganz privaten” Blog betreibt, dann solltet ihr euch mit dem Thema mal beschäftigen, um nicht eine Abmahnung zu riskieren. Ich würde mir wünschen, wenn die Anbieter von Affiliate Plugins direkt eine Option einbauen würden. Aber vielleicht sind die Gesetze in deren Ländern nicht ganz so streng wie in Deutschland. Dann sollten wir als deutsche Community vielleicht darauf hinwirken.

Ich selbst verwende keine Affiliate Links in meinem Texten, aber ich weiß, dass einige von euch das tun. Und einige kennzeichnen diese noch nicht konsequent. Wie ist es mit dir? Setzt du Affiliate Links in deine Blogtexte? Und wie markierst du sie? Oder warum tust du es nicht? Hinterlasse doch gerne einen Kommentar mit deinen Ansichten zum Thema.

Veröffentlicht von

Bernhard ist fest angestellter Webentwickler, entwickelt in seiner Freizeit Plugin, schreibt in seinem Blog über WordPress und andere Themen, treibt sich gerne bei den WP Meetups in Berlin und Potsdam herum und läuft nach Feierabend den ein oder anderen Halbmarathon.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi,

    ich hab mit einem Plugin alle ausgehenden Links mit einem Symbol gekennzeichnet.
    Deine Erinnerung an die CSS Möglichkeit hat mich dann dazu gebracht meine Affiliate Links jeweils noch mit einem kleinen Buchstaben zu kennzeichnen, der quasi auf eine Fußnote verweist.
    Geht recht gut, da ich nur 2 Partner haben und damit das CSS sehr übersichtlich bleibt und mit den Buchstaben auch gleich die Partner genannt werden 😉

    Die Kennzeichnung mit dem Wort Werbung oder ähnliches halte ich für Übertrieben, es nervt einfach und sieht besch**** aus.

    Aber irgendwie fürchte ich, wenn mal wieder ein Politiker in Deutschland oder noch schlimmer der EU Langeweile bekommt, dann muss jeder Link nicht nur kenntlich gemacht werden, sondern auch noch eine Erklärung und einen Datenschutzhinweis und was weiß ich nicht noch alles beinhalten. (also direkt am Link)….

    • Ob man nun “Werbelink” dahinter schreibt oder sie nur mit einem Symbol kennzeichnet, das man dann aber direkt im Beitragstext erklärt, ist wirklich Geschmackssache. Wichtig ist aber bei der Markierung mit einem Symbol, dass dieses wirklich im Inhalt erklärt wird. Es einfach nur im Kleingedruckten zu verstecken wäre wieder sehr riskant. Die Lösung mit einem Text dahinter bringt einfach weniger Gefahren mit sich. Und sie ist eben auch ehrlicher 😉

  2. Für den geneigten Leser hier eventuell nichts neues, für den ungeübten ev. eine Anregung zum experimentieren.
    Man kann den Text den man an den Link hängt auch mit allen CSS Möglichkeiten verändern.

    In meinem Beispiel stellen die üblichen Browser den TEXT in Rot und Hochgestellt hinter den Link…

    a[href*="/MERKMAL/"]:after {
    	content: " TEXT";
    	color: #de2723;
    	vertical-align: super;
    }
    

    Viel Spaß beim Experimentieren.

  3. Pingback: Werbelinks im Blog | joachimott journal

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