Der <del> HTML Tag

Noch immer sitze ich im Flieger, aktuell über dem Staint Lawrence River mit Flugrichtung Quebec. Gibt es dort eigentlich auch ein WordCamp? Oh, ich schweife vom Thema ab. Liegt vermutlich daran, dass ich das erst vor 3min zu Ende geschrieben habe 🙂

Angefangen habe ich den Adventskalender ja mit einem Beitrag zu einem eher unbekannten HTML Tag. Heute möchte ich ein weiteres vorstellen, dass einige vermutlich noch nicht kennen. Dabei ist es sogar in jedem WordPress Backend direkt verfügbar. Ich spreche vom <del> Tag.

Text durchstreichen

Auch bei diesem Tag handelt es sich in erste Linie um einen semantischen Tag. Damit wird ausgedrückt, dass eine Stelle im Text nicht mehr aktuell ist. Manch einer wird sich wohl fragen, weshalb man einen Text durchstreichen sollte. Man könnte ihn doch einfach löschen oder ändern.

Auch wenn ich in den Tag in meinen Beiträgen auch eher selten einsetze, so finde ich doch, dass er unbedingt zum Repertoire eines jeden Bloggers gehören sollte. Umso mehr hatte es mich erschrocken, dass es für WordPress 4.7 die Überlegung gab, den HTML Tag nicht mehr anzubieten.

In der aktuellen Entwicklerversion ist er aber noch zu finden, er ist lediglich in die zweite Zeile der Funktionsbuttons gerutscht:

wordpress-4-7-visueller-editor

Er funktioniert genau wie die Buttons für “fett” und “kursiv”. Auch das sind im Übrigen semantische Tags, die neben ihrem Styling eine Bedeutung haben und daher nicht für SEO “missbraucht” werden sollten.

Text hinzufügen

Man kann eigentlich nicht über den <del> Tag schreiben, ohne auch über den gegenteiligen Tag zu schreiben, den <ins> Tag. So wie man stilistisch Text als veraltet kennzeichnen kann, so kann man es auch mit dem neuen Text machen. Leider gibt es hierfür im normalen visuellen Editor von WordPress keinen Button und auch keinen Shortcut. Ihr müsst also entweder den Text-Modus verwenden oder ein Plugin wie etwa TinyMCE Advanced installieren.

Aber sie sieht es denn nun aus, wenn man die beiden Tags in Kombination verwendet? Hier mal ein einfaches Beispiel:von e

Aktuell befindet sich mein Flugzeug auf über dem Staint Lawrence River. Eigentlich doch über dem Festland, ein Glück 😉

Wie ihr sehen könnt, habe ich nur einen Teil des Satzes als “veraltet” gekennzeichnet und direkt danach einen neuen korrigierten Text angegeben. Der Vorteil für euch als Leser ist, dass ihr meine vorherigen Gedanken noch immer sehen könnt, die eventuell nützliche Informationen beinhalten könnte. Gut, in dem Beispiel jetzt nicht wirklich.

Erweiterung der Tags durch Attribute

Für alle, die sich jetzt fragen, wieso ich über ein so banales Thema schreibe, kommt jetzt vielleicht ein Tipp, den ihr noch nicht kanntet. Die beiden Tags können nämlich sehr gut mit dem “datetime” Attribut verbunden werden. Hiermit kann man angeben, seit wann eine Information nicht mehr richtig ist. Gerade dann, wenn man eine Information mehrfach überarbeitet hat, ist es sinnvoll, dies anzugeben. Damit es auch ein Nutzer sehen kann, könntet ihr zusätzlich hierzu noch ein “title” Attribut verwenden, um den Grund für die Änderung anzugeben, sofern ihr das nicht innerhalb des <ins> Tags ohnehin tut.

Das Beispiel von oben könnte also wie folgt aussehen:

... über dem <del title="Die Perspektive der Karte ..." datetime="2016-12-01T16:30:00">Staint Lawrence River</del>. <ins datetime="2016-12-01T16:35:00">Eigentlich doch ...</ins>

Fazit

Ich hoffe mal, ich konnte einigen von euch mit dem Artikel heute wieder einen neuen Tag bekannt machen. Von einigen Bloggern weiß ich, dass sie zumindest den <del> Tag ganz gerne mal als Stilmittel einsetzen.

Hoffentlich haben die Designer unter euch nun auch gemerkt, dass ihr diesen Tag in eurem Style nicht einfach “resetten” solltet, da ansonsten für den Nutzer die Bedeutung verloren geht.

Hm, jetzt habe ich ja noch immer über eine Stunde Flugzeit vor mir. Für einen weiteren Film aus dem gut gefüllten In-Flight-Entertainment ist das zu wenig. Aber vielleicht schaffe ich ja noch einen weiteren Beitrag, dann kann ich auf dem WordCamp die Zeit genießen und wieder auf dem Rückflug im Flieger schreiben 🙂

Wieso ihr unbedingt ein WordCamp besuchen müsst!

Hallo aus Saint Augustin Nord-Ouest – oder besser gesagt aus 40000 Fuß Höhe darüber 🙂 Ich bin gerade auf der Flug zum WordCamp US in Philadelphia, es ist 15min vor Mitternacht und der Flug geht noch über zweieinhalb Stunden. Die perfekte Zeit also für einene weiteren Beitrag im Adventskalender. Jetzt muss nur noch das passende Thema her 🙂 Hm, wenn ich so darüber nachdenke, vielleicht ist ja genau das ein passendes Thema.

Gestern hatte ich euch ja in Kommentaren darum gebeten, mir eure Themenwünsche mitzuteilen. Bisher hat sich nur Bego dazu geäußert. Er wollte unter anderem von mir wissen, wie ich mich auf dem Laufenden halte. Einer der Wege ist der Besuche eines WordCamps. Wobei “eines” WordCamp nicht wirklich hinkommt. Ich bin nämlich gerade auf dem Weg zum insgesamt achten WordCamp in diesem Jahr und dem ersten außerhalb von Europa.

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Der <kbd> HTML-Tag

Vorwort

Es ist wieder soweit. Der Dezember ist angebrochen und mit ihm die Zeit der Adventskalender. Im letzten Jahr habe ich ja bereits einen geschrieben und damit die Idee von #projekt52 gegeben. Auch wenn ich zum Ende hin vermutlich der einzige übrig gebliebene Blogger war, hat es mir doch Spaß gemacht, jeder Woche einen Artikel zu schreiben.

Eigentlich wollte ich ja zusätzlich zu den 52 Beiträgen nicht auch noch einen Adventskalender starten, aber auf einem Blogger-Meetup hatte ich davon berichtet und die Idee kam so gut an, dass ich dann doch überlegt habe, noch einmal diese große Aufgabe zu versuchen:

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Ein Nachruf auf ein treues Plugin: Backend Localization

In weniger als zwei Wochen ist der Release der neuen WordPress Hauptversion 4.7 geplant. Mit dabei wird eine Funktion sein, die das zweite Plugin überflüssig machen wird, dass ich damals geschrieben habe.

Die Anfänge meines zweisprachigen Blogs

Als ich meine Blog am 21. Juni 2009 gestartet habe, war es das Ziel, den Blog in Deutsch und Englisch zu betreiben. Damals habe ich mich nach einiger Recherche das Plugin qTranslate entschieden. Nach drei Jahren war ich aber mit dem Plugin nicht mehr zufrieden und habe eine Migration zu MultilingualPress durchgeführt.

Eine Funktion, die ich aber bei qTranslate von Anfang an für unverzichtbar hielt (und die dann fehlte), war der Umschalter für die Sprache im Backend. Für einige andere Seiten wollte ich diese Funktion damals auch schon haben, brauchte aber keine Mehrsprachigkeit im Blog. Also musste hierfür eine andere Lösung her. Es gab zwar damals mit WP Native Dashboard bereits ein Plugin, aber entweder habe ich es nicht gefunden, oder aber es hat für mich nicht wirklich funktioniert.

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Korrekte Typographie bei großem Eszett (ẞ)

Heute gibt es von mir mal einen vermutlich eher untypischen Artikel, denn es geht um Typographie. Aber keine Angst, ein wenig Code wird natürlich auch wieder dabei sein. Ganz ohne geht es dann doch wohl nicht 🙂

Durch einen missglückten Shortcut habe ich diese Woche ganz aus Versehen ein großes ß getippt, also ein ẞ, auch bekannt als “scharfes s” oder “Doppel-S”. Der Shortcut unter Windows hierzu ist:

Alt Gr + Shift + ß

Schon in den zwanziger Jahren gab es erste Überlegungen für ein großes Eszett. Aber erst Anfang 2008 wurde es in den Unicode Standard aufgenommen und ist seitdem theoretisch nutzbar. Seit wann man es wie beschrieben tippen kann, weiß ich aber nicht. Vielleicht werden sich manche nun fragen, wieso man das wissen muss und wofür man überhaupt ein großes Eszett tippen muss. Das möchte ich euch in diesem Artikel kurz beschreiben.

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