WordCamp Europe 2020 – Eine unerwartete Reise

Letztes Wochenende endete die achte Ausgabe des WordCamp Europe. Und es war eine beeindruckende Erfahrung. Ich hatte das Vergnügen erneut als Organisator mitzuwirken, aber das Ergebnis war ein ganz anderes als ich erwartet hätte.

WordCamp Europe Porto 2020

Die Reise begann vor 12 Monaten in Berlin. In den „Closing Remarks“ des WCEU 2019 kündigten wir an, dass es im nächsten Jahr nach Porto gehen würde. Ich habe mich erneut bereit erklärt, im vierten Jahr in Folge, als Organisator mitzuhelfen, in der Rolle eines Global Lead. Aber nicht alleine, ich arbeitete Seite and Seite mit Tess und Jonas. Aber das erste Mal in der Geschichte des WCEU, starteten wir mit drei Global Lead Organizern. Das Team wäre aber nicht vollständig ohne José Freitas, den Local Team Lead für Porto

Im September endete unser Call for Organizers und unser Team aus 72 Freiwilligen aus der WordPress Community war ausgewählt und wir konnten mir der Arbeit an einem Event für etwa 3500 Teilnehmende starten. Es würde meine erste Reise nach Porto und auch die erste nach Portugal werden. Doch dann begannen sich Dinge zu verändern.

Die Absage des WordCamp Asia

Der COVID-19 Ausbruch hatte gerade erst begonnen und am 12. Feburar, nur etwas eine Woche vor dem Event, wurde das WordCamp Asia auf das Jahr 2021 verschoben. Das war nicht nur ein Schock für die globale WordPress Community, sondern auch für uns als Organisationsteam des WordCamp Europe. Da wir Event nur dreieinhalb Monate später veranstalten wollten, konnten wir noch nicht absehen, ob es wie geplant stattfinden lassen könnten. Die nächsten Wochen waren sehr intensiv. Andere Events wurden ebenfalls verschoben und es wurde immer klarer, dass wir etwas unternehmen mussten. Letztendlich mussten wir am 12. März, einen Monat nach dem WordCamp Asia ebenfalls entscheiden, das WordCamp Europe in Porto auf 2021 zu verschieben. Es war eine der schwersten Entscheidungen, die wohl jeder WordCamp Europe Organizer jemals treffen mustte. Aber die Unterstützung der WordPress Community für unsere Entscheidung war überwältigend.

Alles zurück auf Anfang

Als wir die Entscheidung für die Verschiebung des „vor-Ort-Events“ beschlossen haben, wurde auch gleich die Entscheidung getroffen, das Event stattdessen online stattfinden zu lassen. Bis zu diesem Tag wurde noch kein WordCamp, das abgesagt wurde, direkt auf ein Online-Event verschoben. Es gab also eine Erfahrungen in der Community, wie man ein Event einer solchen Größe am besten online umsetzt. Wir mussten im Grunde die Arbeit am lokalen WordCamp stoppen und ganz von vorne beginnen, ein völlig anderes Event zu veranstalten.

Obwohl die Entscheidung durch das gesamte Organisationsteam getroffen wurde, konnten einige aus verschiedenen Gründen nicht dabei helfen, das Online-Event zu veranstalten. Da leider sowohl Tess, als auch Jonas nicht als Global Lead weitermachen konnten, wurde ich von Rocío Valdivia unterstützt, die zuvor unser Mentor war und nun zusammen mit mir das Global Lead Team stellte. Wir wurden von 31 weiteren Organizern unterstützt, die sich in neuen Team zusammenfanden.

Group photo of the WCEU 2020 Online organising team
Das WordCamp Europe 2020 Online Organizsationsteam

Dies war der Start des ersten WordCamp Europe Online und ein neuer Meilenstein für die Community und viele von uns.

Drei Monate Leidenschaft und harte Arbeit

Ein WordCamp Europe in neun Monaten zu organisieren ist verdammt viel Arbeit. Ein Online-Event dieser Größe in weniger als drei Monaten zu organisieren, ist sehr viel schwieriger. Mit der Leidenschaft, Hingabe und harten Arbeit eines tollen Teams haben wir es geschafft ein Event zu organisieren, das hoffentlich eine Inspiration für nachfolgende Online-WordCamps sein wird.

Wir haben sehr viel Hilfe von anderen WordCamp-Organisationsteams bekommen. Das Team des WordCamp Asia hat uns gezeigt, wie man mit der Verschiebung eines Events umgeht, das Team des WordCamp Spain hat ein echtes Community-Event organisiert und uns gezeigt, welche Dinge, die wir geplant hatten, noch einmal überdenken sollten, da wir einige der tollen Ideen übernehmen wollten. Und auch andere WordCamps auf der ganzen Welt hatten einige einmalige Dinge, von denen wir uns haben inspirieren lassen.

Das größte Wor(l)dCamp allerzeiten

Alle, die schon einmal ein WordCamp organisiert haben werden die Erfahrung gemacht haben, dass es von externen Dienstleistern oft als „WorldCamp“ falsch geschrieben wird. Dieses Mal traf diese Bezeichnung absolut zu. Auch wenn der Fokus auf der europäischen Community liegt, wollten wir so vielen Teilnehmenden wie möglich die Teilnahme ermöglichen. Daher habe wir die Zeiten auf 15:00 bis 20:00 Uhr mitteleuropäische Sommerzeit für alle drei Tage gelegt. So konnten Teilnehmende aus Europe an einem Nachmittag teilnehmen, ohne unbedingt Urlaub nehmen zu müssen. Aber auch Teilnehmenden auf beiden Seiten des Pazifiks war hierdurch eine Teilnahme am frühen morgen oder späten Abend möglich.

Für das WordCamp in Porto hätten wir mit 3500 verkauften Tickets und mehr als 3000 Personen vor Ort gerechnet. Letztes Jahr hatten wir mehr als 3000 Tickets verkauft und konnten mehr als 2700 Teilnehmende begrüßen, die aus über 90 Ländern kamen. Dieses Jahr haben wir mehr als 8600 Tickets für den Live-Stream verkauft und in den ersten 24 Stunden gab es mehr als 9000 Aufrufe für Track 1 der Vorträge vom Freitag – einige davon im Live-Stream und andere zeitversetzt in der Aufzeichnung. Aber die Zahl, die am meisten beeindruckte, war die Anzahl von unterschiedlichen Ländern der Anmeldungen. Wir hatten Teilnehmende aus 140 Ländern, also wirklich ein „WorldCamp“:

Weltkarte der Teilnehmenden des WordCamp Europe 2020 Online

Eine Erfahrung, die ich niemals erwartet hätte

Ich habe bisher an jedem WordCamp Europe teilgenommen und bin seit 2017 im Organisationsteam aktiv. Als wir letztes Jahr das Event in Berlin hatten, fühlte es sich für mich ganz anders an. Dieses Jahr war der Unterschied noch sehr viel größer. Normalerweise reise ich ein paar Tage vorher in ein fremdes Land und verbringe Zeit mit alten und neuen Freunden. Dieses Jahr mussten wir alle von unseren eigenen vier Wänden aus teilnehmen und organisieren. Alle haben den persönlichen Kontakt mit anderen vermisst. Aber die Rückmeldungen aus der Community waren überwältigend!

Ein riesengroßer Dank an die Commmunity!

Ich kann noch nicht in Worte fassen, wie ich mich fühle. Auch eine Woche nach dem Event noch nicht. Die Erfahrung ist noch immer sehr frisch und schwer zu beschreiben. Aber mehr als alles andere fühle ich tiefe Dankbarkeit. Für meine Co-Organizer, für die COmmunity, die an den Vorträgen und am Contributor Day teilgenommen haben, für die Speaker, die „Emcees“ und die anderen Freiwilligen, für die Sponsoren, die geholfen haben, das Event zu finanzieren und auch für alle anderen Personen und Organisationen, die dabei geholfen haben, all dies zu ermöglichen. Auch wenn wir nicht die Möglichkeit hatten und mit Freunden zu treffen, haben wir so vielen Menschen mehr ermöglich, daran teilzunehmen.

Wir sehen uns 2021 in Porto!

Ich hoffe, dass viele von euch letzte Woche beim WCEU 2020 Online dabei waren. Nächstes Jahr werden wir dann hoffentlich die Gelegenheit haben, uns endlich in Porto zu treffen. Ich werde erneut Teil des Organisationsteams als Global Lead sein. Ich werde hierbei mit Lesley, Taeke und Moncho zusammenarbeiten. Falls auch ihr nun Lust bekommen habt dabei zu helfen, ein solches Event zu veranstalten, dann antwortet auf den Call for Organizers. Und falls ihr nur teilnehmen wollt, dann sichert euch schon heute euer Ticket.

Bis nächstes Jahr beim WordCamp Europe im June 2021 in Porto!

Schnellere lokale Entwicklung durch die Blockierung externen Requests

Ich entwickle Seiten immer lokal. Bei der Entwicklung verwende ich dabei Docker was ich in einer zukünftigen Blogreihe vorstellen möchte. Manchmal erlebe ich bei der lokalen Entwicklung sehr lange Request-Zeiten, vor allem im Backend. Da ich normalerweise während der Entwicklung immer das Query Monitor Plugin einsetze, konnte ich schnell feststellen, dass es an einigen HTTP Requests lag, die fehlschlugen. Dieser wurden entweder vom Core oder Premium Plugins/Themes ausgelöst, die nach Updates gesucht haben.

Externe Requests blockieren

Um diese Fehler zu beheben habe ich zuerst einzeln Filters oder Actions deaktiviert, die diese Requests auslösen. Dann bin ich aber auf einen globalen Filter gestoßen, der das noch vereinfacht:

add_filter( 'pre_http_request', '__return_true', 100 );

Das ist nicht der einfachste oder beste Weg, denn er blockiert sämtliche Requests, egal auf welchen Host sie zugreifen. Um nur externe Requests zu blockieren, kann man stattdessen einfach folgende Konstante setzen:

define( 'WP_HTTP_BLOCK_EXTERNAL', true );

Das blockiert keine lokalen Requests, die eventuell für Cronjobs oder ähnliche Funktionalitäten gebraucht werden.

Bestimme externe Hosts erlauben

Manchmal kann man aber nicht einfach alle externen Requests blockieren, da einige Plugins/Themes, die man gerade entwickelt, externe APIs verwenden. Daher kann man mit einer anderen Konstante über eine kommagetrennte Liste diese Hosts definieren:

define( 'WP_ACCESSIBLE_HOSTS', 'example.com, *.example.com' );

Wie ihr in meinem Beispiel sehen könnt, sind auch Wildcard-Subdomains möglich. Hierbei wird über einen regulären Ausdruck das Suchmuster auf eine beliebige Tiefe an Subdomains geprüft.

Mehr als nur HTTP Requests blockieren

Die beiden Konstanten helfen dabei HTTP Requests zu blockieren, die durch WordPRess ausgelöst werden. Dies funktioniert aber nur, wenn diese die WordPreSS API Funktionen für HTTP Requests verwenden. Wenn ein Plugin/Theme allerdings mit file_get_contents, curl oder ähnlichem arbeitet, werden solche Requests nicht blockiert.

Weiterhin werden auch keine Requests blockiert, die vom Browser aus gemacht werden. Wenn man auch solche Requests blockieren will, dann kann man das Plugin „Offline Mode“ von Frank Bültge einsetzen, das man direkt von GitHub aus runterladen und installieren kann. Es versucht so viele externe Requests wie möglich zu blockieren.

Fazit

Lokal zu entwickeln ist immer der beste Weg, wenn man an einem Projekt arbeitet. Sollte man aber eine instabile Internetverbindung haben (oder gar keine, wie z.B. im Flugzeug), dann kann das die lokale Entwicklung extrem verlangsamen. Mit Hilfe der beiden vorgestellten Konstanten mann man die gewohnte Geschwindigkeit wieder zurückholen.

Wiederverwendbare Blöcke verwalten

Ich liebe wiederverwendbare Blöcke! OK, aktuell sprechen eher alle über „(Block) Patterns“ und die werden sicher großartig. Aber viele kennen noch immer die wiederverwendbare Blöcke nicht oder wissen einfach nicht, wie praktisch sie sind.

Was ist ein wiederverwendbarer Blöcke

Nun, wie der Name es schon andeutet ist es ein Block, der wiederverwendet werden kann. Irgendwo. Da ein solches Block auch ein Gruppen-Block sein kann, könnte ein wiederverwendbarer Block also eine Sammlung von Blöcken wiederverwendbar machen. Sobald man einen solchen Block erstelle hat, kann man den gleichen „Inhalt“ in mehreren Beiträgen, Seiten oder anderen Inhaltstypen verwenden. In der Zukunft wird das dann auch in Widgets oder anderen „blockbasierten Bereichen“ möglich sein.

Aber wie findet man einen solchen wiederverwendbaren Block? Der einfachste Weg ist es, auf einen der vielen „Block hinzufügen“ Buttons (der quadratische Button mit dem Plus-Zeichen) zu klicken und dort nach dem Namen zu suchen oder ganz nach unten zu scrollen:

Man kann natürlich auch die „Suche nach einem Block“ verwenden und dort den Namen des Blocks (in diesem Beispiel „Kontakt“) eintippen oder aber indem man die Suche per „Slash Suche“ (Vorwärtsschrägstrich) verwendet um schneller nach danach zu suchen. Neu in dieser Ansicht ist auch der Link „Alle wiederverwendbaren Blöcke“ verwalten am Ende der Liste. Dieser war zuvor unter „Mehr Werkzeuge & Optionen“ zu finden:

Wenn man auf einen der beiden Links klickt, wird man auf die „Blöcke“ Übersicht weitergeleitet.

Die Blöcke verwalten

Die Liste der Blöcke die ziemlich genau so aus wie alle anderen Übersichten von Inhaltstypen. Das ist auch keine große Überraschung, denn auch wiederverwendbare Blöcke werden als Inhaltstyp wp_block in der Datenbank gespeichert.

Auf der Verwaltungsübersicht kann man einen existierenden Block über „Bearbeiten“ im Block-Editor öffnen, dort bearbeiten und die Änderungen speichern. Man kann ebenfalls über „Block hinuzufügen“ einen neuen Block erstellen, ohne dabei erst eine Seite oder einen Beitrag verwenden zu müssen, um dann einen vorhandenen normalen Block in einen wiederverwendbaren zu konvertieren.

Aber vermutlich eine der nützlichsten Funktionen, die man hier findet ist das „Als JSON exportieren“ eines individuellen Blocks bzw. der „Import von JSON“. Damit kann man sehr einfach wiedererwendbare Blöcke zwischen verschiedenen WordPress-Installationen migrieren.

Bonus

Wenn ihr genau aufgepasst habt, dann ist euch vielleicht aufgefallen, dass am Ende des letzten Screenshots ein Link „Blöcke“ unter dem Menüpunkt „Wekrzeuge“ zu sehen ist. Dieser Link wäre normalerweise nicht hier. Wenn man zur Verwaltung der Blöcke navigiert, dann ist man „nirgends“. Die Übersicht ist versteckt und man erreicht sie nicht über die linke Navigation. Bevor es die zwei erwähnten Links gab, hat man diese Übersicht noch viel schwieriger gefunden. Daher hatte ich damals ein kleines Hilfsplugin geschrieben, um diesen Menüpunkt „Blöcke“ zu „Werkzeuge“ hinzuzufügen. Das hat es in einem Projekt sehr viel einfacher gemacht, zu dieser Übersicht zu gelangen. Wenn ihr das auch bei euch haben wollt, dann ladet euch das Plugin einfach von GIST runter und installiert es.

Fazit

Selbst wenn wiederverwendbare Blöcke nicht mehr so viel Verwendung finden, wenn die „Pattern“ da sind, so gibt es dennoch Anwendungsfälle, in denen man „synchronisierte Inhalte“ auf einer Seite haben möchte. Zu wissen, wie man diese Blöcke findet, kann einem dabei die Arbeit sehr erleichert.

Suchmaschinen daran hindern eine Staging-Seite zu indizieren

Wenn man an einer Webseite arbeitet, egal ob diese bereits live gegangen ist, oder es sich um ein neues Projekt handelt, man sollte dabei immer eine Kopie der Seite in einer Staging-Umgebung haben. Aber man möchte ganz sicher nicht, dass diese Seite von einer Suchmaschine indiziert wird. In diesem Beitrag möchte ich euch ein paar Wege vorstellen, wie man eine solche Indizierung verhindern kann.

Methode 1: Die Standard-Einstellung nutzen

Im Dashboard der Seite navigiert ihr zum Punkt „Einstellungen | Lesen“. Dort findet ihr die Option „Sichtbarkeit für Suchmaschinen“ in könnt hier die Checkbox „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ aktivieren. Dies erstellt dynamisch eine sogenannte „robots.txt“ Datei, die Suchmaschinen mitteilt, dass eure Seite nicht indiziert werden soll. Wie der Hinweis „Es ist Sache der Suchmaschinen, dieser Bitte nachzukommen“ allerdings ausdrückt ist dies nur eine Anweisung an Suchmaschinen dies nicht zu tun, manche werden die Seite vielleicht dennoch indizieren.

Methode 2: Verhindern der Indizierung durch die Serverkonfiguration

Die erste Methode funktioniert eigentlich ziemlich gut. Es gibt nur ein großes Problem damit. Diese Einstellung wird in der Datenbank gespeichert und kann einfach überschrieben werden? Wie? Nun, es kommt oft vor, dass man sich bei der Arbeit an einer Staging-Seite mal einen aktuellen Stand der Live-Datenbank importiert. In dieser ist die Einstellungen natürlich nicht aktiviert. Denkt ihr immer daran, das dann sofort nachzuholen? Vielleicht vergesst ihr es mal.

Daher kann man die Indizierung auch über die Serverkonfiguration verhindern und gefahrlos eine Live-Datebank importieren. Hierzu fügt ihr einfach folgende Zeilen in die Konfiguration ein:

Header set X-Robots-Tag "noindex"
Header merge X-Robots-Tag "noarchive"

Das könnt ihr in der .htaccess Datei der Staging Seite machen. Das ist auch der beste Weg, wenn man die globale Konfiguration der Servers nicht bearbeiten kann. Aber auch hier besteht die Gefahr, dass man vielleicht versehentlich die .htaccess Datei mit der Version der Live-Seite überschreibt.

Falls ihr einen eigenen Staging-Server habt und nicht möchtet, dass irgendeine Seite dieses Severs indiziert wird, dann fügt die beiden Zeilen z.B. in eine globale Konfiguratoinsdatei wie /etc/apache2/apache2.conf oder eine ähnliche Datei ein.

Methode 3: Verwendet ein Wartungsplugin

Durch den Einsatz eines Wartung (oder englisch „Maintenance“) Plugins kann man auch verhindern, dass die Staging-Seite indiziert wird. Damit wird oft ein Passwort vor die gesamte Seite geschaltet oder man muss sich einloggen, um die eigentliche Seite zu sehen. Damit kann man auch anderen Zugriff auf die Seite geben, aber eben nicht jedem. Diese Methode hat leider ebenfalls das zuvor beschriebene Problem, denn der Zustand der gerade aktiven Plugins wird auch in der Datenbank gespeichert und importiert man eine Live-Datenbank, muss man daran denken, das Plugin danach wieder zu aktivieren.

Methode 4: Verwendet eine „Basic Authentication“

Mit der „Basic Authentication“, oder auch „htaccess Schutz“ genannt, könnt ihr die gesamte Seite ohne ein zusätzliches Plugin schützen. Bei einem Apache-Webserver fügt man hierbei ein paar Zeilen in die .htaccess Datei und alle, die die Seite aufrufen, müssen zuerst einen Benutzernamen und ein Passwort eingeben. Diese Methode ist also sicher, wenn man die Live-Datenbank importiert, aber wenn die .htaccess Datei mit der Version der Live-Seite überschreibt, muss man den Schutz erneut einrichten. Daher bietet es sich auch hier an, die Einstellung global (pro Seite) in der Serverkonfiguration zu hinterlegen.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Wege um zu verhindern, dass eine Staging-Website durch Suchmaschinen indiziert wird. Welche Methode auch immer ihr verwendet, ihr solltet immer prüfen, ob dieser Schutz noch funktioniert, wenn ihr etwas von einer Live-Seite importiert habt. Man kann zwar eine indizierte Seite aus einer Suchmaschine löschen lassen, ihr müsst dann aber jeder Seite über deren URL in jeder einzelnen Suchmaschinen über die individuellen Werkzeuge manuell löschen lassen.

WordPress-Domain und Dateipfade in der Datenbank aktualisieren

Im letzten Blogbeitrag habe ich euch gezeigt, wie ich WordPres Websites auf einen andern Server migriere. In Schritt 7 bin ich auf die Übersetzung der Domain in der Datenbank eingegangen. Dies ist aber nicht die einzige Ersetzung, die man eventuell machen muss. Daher soll es im heutigen Beitrage darum gehen, welche anderen Ersetzungen eventuell noch notwendig sind.

Schauen wir uns also noch einmal die grundlegendste Ersetzung an. Mit diesem Befehl wird die Domain in allen Tabellen ersetzt, die den Präfix der aktuellen WordPress Installation haben:

wp search-replace "https://staging.example.com" "https://example.com" --all-tables-with-prefix

Dieser Befehl ersetzt die Domain in allen Spalten in allen Tabellen einer WordPress-Datenbank, auch wenn diese als serialisiertes PHP-Objekt gespeichert sind.

Zusätzlich sollte auch der Dateipfad auf dem Server ersetzt werden, da dieser von einigen Plugins verwendet wird:

wp search-replace "/home/staging.example.com" "/home/example.com" --all-tables-with-prefix

Weitere alte Domains suchen

Nach der Durchführung dieses Befehls sollten die meisten Domains bereits ersetzt sein. Man kann aber auch sehr einfach prüfen, ob es den alten Wert noch gibt. Auch hierbei hilft uns die WP-CLI:

wp db search "https://staging.example.com"

Weitere Ersetzungen

Leider gibt es sehr viele Plugins, die komplexe Daten in anderen Formaten speichern. Daher ist es empfehlenswert, auch folgende Ersetzungen durchzuführen, sofern die Suche zuvor noch Ergebnisse geliefert hat.

SuchmusterErsetzungBemerkung
http://example.comhttps://example.comNeue Domains ohne SSL
http://staging.example.comhttps://example.comAlte Domains ohne SSL
//staging.example.com//example.comprotokol-relative Pfade
https:\/\/staging.example.comhttps:\/\/example.comJSON-Objekte (ausführen für alle vorherigen Muster)
@staging.example.com@example.comE-Mail-Domains (optional, da nicht immer gewünscht)
staging.example.comexample.comGefährlich!
Ersetzungsmuster bei Domainumstellung

Es sind einige Varianten zu beachten. Für die ersten vier Ersetzungen sollte man zusätzlich alle Slashes „escapen“, falls Objekte als JSON-String gespeichert wurden. Die E-Mail-Adressen sind optional, da auf dem neuen System eventuell keine E-Mails versendet werden sollten (z.B. bei Übertrag von Live zu Staging) oder falls diese im Frontend ausgegeben werden und man nicht möchte, dass hier eine andere Domain zu sehen ist.

Die letzte Ersetzung scheint die beste zu sein, da sie alle vorherigen umfasst. Aber sie kann potentiell auch zu schwierig zu findenden Problemen führen, da der Domainname bespielsweise in Bildnamen vorhanden sein könnte, die dann auf einmal nicht mehr angezeigt werden. Man sollte also am besten niemals nur den Domainnamen ersetzen.

Weitere Maßnahmen

Oft werden in Themes, Plugins oder auf dem Server Caches eingesetzt. Oft haben diese eigene Mechanismen, um diese zu leeren.

Fusion Builder (z.B. Avada Theme)

Unter „Avada/Themename | Theme Options | Performane | Reset Fusion Caches“ über den gleichnamigen Button „Reset Fusion Caches“ alle Dateien im Cache löschen.

Autoptimize

In der Adminbar findet man einen Eintrag „Autoptimize“ und am Ende einen Link „Delete Cache“.

PageSpeed

Den PageSpeed-Cache kann man nur über den Server leeren. Nachdem man sich zu diesem verbunden hat, muss man folgenden Befehl ausführen:

touch /var/cache/pagespeed/cache.flush

Es kann ein paar Sekunden dauern, bis der Cache vollständig geleert ist. Nachdem er leer ist, entfernt man die Datei einfach wieder:

rm /var/cache/mod_pagespeed/cache.flush

Weitere Infrormationen zum partiellen Leeren des Caches findet ihr in der PageSpeed Dokumentation.