Mein Rückblick auf das WordCamp Hamburg 2014

Vor drei Wochen fand in Hamburg das diesjährige WordCamp statt. Nachdem ich die letzten beiden Camps zusammen mit anderen vom WP Meetup Potsdam organisiert haben, konnte ich dieses Mal wieder als einfacher Teilnehmer am WordCamp teilnehmen. OK, so ganz teilnahmslos war ich natürlich nicht.

Tag 1

Ich bin erst am Samstagmorgen sehr für mit der Bahn nach Hamburg angereist. Ich hatte aber im Zug nette Begleiterinnen aus Berlin, die ebenfalls zum WordCamp gefahren sind.

Eröffnung und Keynote

Die Anmeldung vor Ort war gut organisiert und sehr schnell erledigt. Nach einer kurzen Eröffnung durch das Organisationsteam rund um das WP Meetup Hamburg, gab es eine Keynote von Zé Fontainhas. Ihm war es ein besonderes Anliegen, auf die deutsche Community, oder besser gesagt, die deutschsprachige, einzugehen und deren Bedeutung hervorzuheben. Im Vorfeld des Camps gab es ja zu diesem Thema einige Diskussionen im Netz, ausgelöst durch den offenen Brief von Caspar.

Nach der Eröffnung habe ich dann aber den ersten Sessionslot ausgelassen. Ich war ziemlich beschäftigt, den ganzen Leuten, die ich auf den letzten Camps kennengelernt habe, Hallo zu sagen 😉

Meta-Meetup Session

Als Organisator des WP Meetup Berlin musste ich dann natürlich zur Meta-Meetup Session gehen. Ich habe den Austausch der Meetups wieder sehr genossen und konnte auch von den Workshops in Berlin berichten, die sehr gut für uns funktionieren.

Es waren aber auch ein paar Teilnehmer dabei, die bisher noch kein Meetup in ihrer Stadt haben und ein solches organisieren möchten. Das waren zum Beispiel zwei Jungs aus Graz. Also auch die österreichische Community etabliert sich hier wohl in Zukunft stärker.

Die Zukunft von WordPress

Nach der Mittagspause habe ich die Session Ein Blick in die Zukunft – WordPress in 2020 besucht. Es war eine kleine Podiumsdiskussion, bei der das Publikum eine paar Experten aus der WordPress Szene ihre Fragen stellen konnten, wie sie die Zukunft sehen. Ich habe es mir zwar etwas spannender vorgestellt, aber ein paar Fragen waren sehr gut.

Lightning Talks: Community

Beim WordCamp in Hamburg gab es erstmalig unterschiedliche Formate an Sessions. Die beiden ersten Sessions, die ich besucht habe, waren Doppelsessions über zwei Slots. Es gab aber mit den Lightning-Talks auch kurze Vorträge von nur 5min + 5min für Fragen. Am Samstag habe auch ich einen solchen Talk mit dem Thema “Auto-Update: Fluch oder Segen?” gehalten. Mir war es hierbei ein wichtiges Anliegen, meine Bedenken gegen die Deaktivierung dieser wichtigen Funktion zu erläutern.

Ausklang des ersten Tages

Nach dem letzten Slot mit Spontan-Session gab es dann eine kurze Verabschiedung. Anschließend gab es eine sehr nette Zusammenkunft vieler Teilnehmer im “Central Park”. Dort gab es verteilt mehrere Gruppen und auch einige Fernseher, auf denen man die WM Spiele des Tages sehen konnte. Ich saß in einer sehr netter internationalen Gruppe, unter anderem mit Mario Peshev unterhalten, der das WordCamp Europe dieses Jahr in Sofia, Bulgarien mit organisiert. Ich habe auch fest vor, an diesem teilzunehmen. Aber vermutlich nicht als Speaker.

Tag 2

Am zweiten Tag gab es auch wieder eine kurze Begrüßung im Foyer und es wurden verschiedene Spontan-Sessions vorgestellt, über die im Laufe des Tages abgestimmt werden konnte.

Session zu Typographie

Meine erste Session des Tages war Typographie im Responsive Webdesign von Kirsten Schelper. Darin habe ich endlich mal ein paar gute Praxisbeispiele für die CSS-Einheiten em und rem gesehen. Das ist eines der Themen, was ich mir unbedingt mal ansehen muss, auch wenn ich ja eher kein Frontend-Entwickler bin.

Rettung einer Session

Schon am ersten Tag wurde angekündigt, dass David Decker leider unerwartet wieder von Hamburg abreisen musste und seine Session zum Thema “Sags auf meine Weise! – Plugin-Texte vs. Kundenwünsche” nicht halten konnte. Da ich bei dieser Session auch etwas beigetragen hätte und ohnehin als Co-Speaker dabei sein musste, hatte ich mich dann bereit erklärt, die Session zu übernehmen. Dazu hat mir David dann seine Folien geschickt und nach einem halbstündigen Telefonat am Sonntagmorgen hatte ich dann genügend Notizen, um seine Folien beschreiben zu können. Von der Rückmeldungen her, die ich bekommen habe, ist der Vortrag wohl sehr gut angekommen. Dabei sind mir dann auch ein paar neue Ideen für mein neues Plugin gekommen.

Workshop für Entwickler

Im Anschluss habe ich mir dann einen echten Workshop für Entwickler auf dem WordCamp ansehen. Das Thema lautete “In Objekten denken. Workshop OOP” in dem Thomas Scholz neben einer Allgemeinen Einführung in wichtige OOP Konzepte auch auf deren Umsetzung in WordPress und in einigen seiner Plugins eingegangen ist. Seiner Meinung nach ist die Umsetzung von OOP in Core noch sehr schlecht und wird sich wohl auch nie komplett durchsetzen wird.

Es gab auch englische Sessions

Nach der Mittagspause habe ich mir dann eine englischsprachige Session angesehen. Für die internationalen Gäste gab es (neben der Keynote, die zum Großteil in Englisch war) vier Sessions. Diese hatte das Thema “The future and development of GlotPress” in der Marko Heijnen etwas zur weiteren Entwicklung von GlotPress erzählt hat. Eine leider viel zu dünn besetzte Session.

Im Abschluss daran habe ich die Session Improving Your WordPress Workflow von Mario Peshev besucht. Er hat darin in 20 Minuten einen ziemlich umfangreichen Überblick über Tools gegeben, die einem Entwickler bei der Bewältigung von WordPress Projekten helfen können. Für einige Teilnehmer war das Tempo wohl ein wenig schnell und durch den Vortrag in englischer Sprache nicht ganz so einfach nachzuvollziehen, aber ich fand diese Session sehr gut gemacht. Natürlich konnte auf keines der Tools im Detail eingegangen werden, aber einen solchen großen Überblick finde ich auch toll.

Tools für Entwickler

Als perfekte Session im Anschluss kam habe ich dann die Session mit dem Thema Automatisiere deine WordPress Entwicklungsumgebung besucht. Darin hat Markus Heurung besucht, der vor allem auf Tools wie Vagrant und Chef eingegangen ist. Zwei Programme, die noch immer auf meiner Todo-Liste stehen.

Abschluss

Die letzte Session zum Thema Google Glas fiel leider aus. Ich hatte also noch ein wenig Zeit, mich mit einigen Teilnehmer zu unterhalten, bevor es dann die große Verabschiedung gab. Die Organisatoren haben noch einmal allen Sponsoren gedankt und dann die lange erwartete Ankündigung für das nächste WordCamp verkündet. Wir treffen uns nächstes Jahr wieder in Köln:

Contributor Tag

Normalerweise würde jetzt das Fazit zum WordCamp folgen. Aber nicht in diesem Jahr, denn es gab noch einen Tag extra, den ich unbedingt mitmachen musste. Schon letztes Jahr beim WordCamp Europe in Leiden wollte ich am Contributor Tag teilnehmen, aber der Partybus fuhr schon Sonntagabend wieder zurück nach Berlin.

Viele werden sich jetzt wohl fragen, was an einem solchen Tag überhaupt so passiert. Das Ziel des Tages war es, einen Beitrag zu WordPress zu leisten. Dabei gab es verschiedene Teams. Eines hat sich z.B. mit Themes befasst, ein an anderes mit der Dokumentation, eines mit einer Neugestaltung der deutschen WordPress Community. Diese haben einen tollen neuen Plan erstellt und die deutsche Seite auf WordPress.org komplett überarbeitet.

Ich war im Team “Core” und habe dort von unserem einzigen deutschen Core Commiter Dominik Schilling gelernt, wie man eine WordPress Entwicklungsumgebung inkl. automatischer Test und Build-Tools einrichtet. Ich konnte dabei dann auch meinen ersten großen Core-Patch einreichen, der sich aktuell in der Prüfung für Version 4.0 befindet. Ich bin schon gespannt, ob er es wirklich schon in die nächste Version schafft.

Pünktlich um 18 Uhr stand dann natürlich das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft in der WM in Brasilien auf dem Programm und wir konnten gemeinsam einen überragenden Sieg gegen Portugal feiern. Direkt danach musste ich mich leider schon wieder auf den Rückweg nach Berlin machen. Aber das nächste WordCamp ist ja schon bald. Ich werde wohl im September in Sofia beim diesjährigen WordCamp Europe dabei sein und auch dort wieder am Contributor Tag mitmachen.

Fazit

Ok, jetzt gibt es dann doch das Fazit. Aber ich mache es kurz: Es war fantastisch! Es ist immer wieder toll all die Leute wieder zu treffen und immer wieder neues zu lernen. Auch das Teilen von Wissen macht mir sehr viel Spaß. Ich freue mich schon auf September und natürlich auch auf das WordCamp Köln im nächsten Jahr.

Auf der Website des WordCamp Hamburg gibt es eine große Linksammlung zu weiteren Berichten vom WordCamp sowie zu Bildern und Videos. Sobald das Video zu meiner Session online ist, verlinke ich es auch gerne hier.

Veröffentlicht von

Bernhard ist fest angestellter Webentwickler, entwickelt in seiner Freizeit Plugin, schreibt in seinem Blog über WordPress und andere Themen, treibt sich gerne bei den WP Meetups in Berlin und Potsdam herum und läuft nach Feierabend den ein oder anderen Halbmarathon.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.