WordCamp Berlin 2017 – Wie war es?

Einige von euch werden jetzt vielleicht denke “was, schon wieder ein WordPress Resümee?”, aber keine Angst, dieses wird ein wenig anders werden. Der Grund ist recht einfach. Beim WordCamp Berlin 2017 war ich der Lead-Organizer. Ich hatte also gar keine Zeit, mir so viele Sessions anzusehen. Ihr müsst euch also einer der anderen Reviews von Besuchern ansehen, wenn ich wissen wollt, die die Vorträge waren.

WPAdminDay

Bevor wir uns aber mit dem eigentlichen WordCamp beschäftigen, lasst uns zwei Tage früher beginnen. Stefan Kremer hat unabhängig vom WordCamp den ersten WPAdminDay organisiert. Die Zielgruppe waren Dev-Ops, die sich um die Pflege von Kundenwebsites kümmern. Da ich der Agentur, in der ich angestellt bin, auch die Aufgabe eines Administrators übernehme, konnte ich von diesem Tag einige neue Einblicke gewinnen, wie andere die dabei anfallenden Aufgaben erledigen und wie ein besserer Workflow aussehen könnte.

Marc Nilius hat uns beispielsweise seinen täglichen Workflow gezeigt, mit dem er WordPress Installation mit Hilfe von InfiniteWP aktualisiert. Ich wollte mir dieses Verwaltungstool schon länger mal ansehen und werde dies in den nächsten Wochen auch noch genauer tun. Zusätzlich hat uns Marc noch ein selbst geschriebenes Skript gezeigt, mit der er die E-Mails parst, die Informationen über Dateiänderungen enthalten. Damit kann er potentiell gehackte Website schneller erkennen.

Ich habe ebenfalls einen kleinen Vortrag darüber gehalten, wie ich GitLab CI einsetze, um Projekte automatisch auf entfernten Servern zu deployen. Robert Windisch hat uns erklärt, die sie Composer verwenden, um ihre Projekte und deren Abhänigkeiten zu deployen.

Es gab noch einige weitere Vorträge und viele Fragerunden, bei denen wir über typische Dinge diskutiert haben, die jeder WordPress Dev-Op wohl kennt. Der WPAdminDay war der erste seiner Art und wir wollen ihn auf jeden Fall wiederholen. Es wird wahrscheinlich auch beim nächsten Mal wieder in einem kleinen Rahmen bleiben und die Vorträge werden nicht aufgezeichnet werden, da eventuell Kundendaten sichtbar sind. Aber einige andere Teilnehmer haben ebenfalls reviews geschrieben. Sucht einfach nach dem Hasgtag #WPAdminDay und ihr solltet diese finden.

Friday: Contributor Day

Als regelmäßiger Teilnehmer von WordCamps habe ich es sehr zu schätzen gelernt, wenn der Contributor Day vor dem eigentlichen WordCamp stattfindet. Die Leute sind dann noch nicht so erschöpft vom Konferenztag und haben auch keinen Kater von der After-Party 🙂 Unser Organisationsteam hat sich also auch für Berlin dazu entschlossen, den Contributor Day schon am Freitag zu veranstalten. Wir haben uns dazu im Atrium von Microsoft Berlin getroffen (unser montaliches Meetup haben wir in der Digital Eatery an der gleichen Adresse). Ungefähr 80 Personen sind zusammengekommen um gemeinsam an den verschiendenen Themen von WordPress mitzuarbeiten.

Ich würde schätzen, dass etwa ein Viertel der Anwesenden zuvor noch nicht mitgewickt haben. Das fand ich wirklich klasse. Selbst diejenigen, die komplett unvorbereitet kamen (ohne einen Laptop), haben ein Team gefunden, in denen sie etwas beitragen konnten. Ich habe mich um das Equipment für die Videoaufzeichnungen der Sessions gekümmert. Aber darauf komme ich später noch zurück 🙂

Warmup-Party

Viele Teilnehmer des Contributor Day und einige Teilnehmer des WordCamp, die bereits am Freitag angereist waren, haben sich dann abends noch zu einer kleinen Warmup-Party im St. Oberholz getroffen. Dort hatte ich auch die Gelegenheit, mich mit einigen Teilnehmern zu unterhalten. Da es aber noch ein paar letzte Dinge zu organisieren gab und ich noch etwas abholen musste, bin ich schon recht früh gegangen.

Saturday: Konferenztag

Mitglied im Organizer-Team zu sein, bedeutet in der Regel, dass man sehr wenig Schlaf bekommt. Und so startete mein Tag bereits um 5:15 Uhr morgen (wir haben uns um 6:30 Uhr vor Ort getroffen). Der Checkin öffnete um 8 Uhr und wir hatten etwas 90 Minuten Zeit, um die Tische vorzubereiten und ein paar zusätzliche Stühle für die Vortragsräume zu organisieren. Ich habe mich daran versucht, die Technik für die Videoaufzeichnung anzuschließen. Obwohl wir auf dem Contributor Day die wichtigsten Komponenten durchgetestet haben, hatten wir sehr große Probleme, die Beamer im Veranstaltungsort damit zum Laufen zu bekommen. Als 9 Uhr näher rückte, musste ich dann nach unten gehen, um offiziell unsere 200-250 Teilnehmer zu begrüßen.

Direkt nach der Begrüßung hatten wir einen Pitch für die 9 Barcamp Slots  unseres Schedules. Ich kann euch leider nicht berichten, wie es gelaufen ist, da ich direkt wieder nach oben musste, um die Probleme mit der Videotechnik in den Griff zu bekommen.

Frauen in der IT und der WordPress Community – Session + Diskussionspanel

Ob ihr es glaubt oder nicht, aber im zweiten Slot habe ich es doch tatsächlich in eine Session geschafft. Auf diese hatte ich mich ganz besonders gefreut, denn darin hat Jessica Lyschik zuerst eine kleine Einführung über ihre Erfahrungen als Frau in der IT im Allgemeinen und der WordPress Community im Speziellen gegeben. Ihr Talk und das darauffolgende Panel waren wirklich sehr interessant. Wir hätten vermutlich den ganzen Tag zu dem Thema weiterreden können, aber ich bin der Meinung, dass dieses wichtige Thema zumindest genau den Raum auf unserem WordCamp bekommen hat, den es verdient hat. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Diskussion zu diesem Thema auch nach dem WordCamp weitergeht – nicht nur in der deutschen Community.

An Bord der „WordPress Community“: Auf der Reise zu mir selbst.

Der zweite Talk, den ich unbedingt sehen musste, war der von Carole Olinger. Sie hat auf dem WordCamp Europe letztes Jahr in Wien ihren Weg in die WordPress Community gefunden. Sie hat über ihren einzigartigen und inspirierenden Weg berichtet, der sie nicht nur zu einem süchtigen Community-Mitglied gemacht hat, sondern sie auch dazu bewogen hat, bei einem sehr speziellen WordCamp im Orga-Team mitzuwirken, das nächstes Jahr in Deutschland stattfinden wird. Wenn ihr nicht die Gelegenheit hattet, den Talk zu hören, müsst ihr einfach in 2 Wochen zum WordCamp Europe nach Paris kommen und euch mit ihr unterhalten. Ich kann auch sehr ihren Beitrag bei HeroPress empfehlen (in englischer Sprache), in dem sie den Weg beschreibt.

WP Sofa live Session

Es gibt zwei deutschsprachige Podcasts zum Thema WordPress, die ich regelmäßig hören. Eines davon ist das WP Sofa. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, bei einer Folge selbst dabei zu sein, da die Aufnahme meisten an einem Wochentag am Nachmittag stattfindet. Aber da ich bei diesem WordCamp zwangläufig dabei sein musste und weil sie eine der Barcamp Slots bekommen haben, wurde ich eingeladen, bei ihrer Live-Session als Gast auf dem Sofa Platz zu nehmen. Sie haben es sogar fertig gebracht, sich eine echtes Sofa zu organisieren und es war auch erst das zweite Mal, dass sie eine Folge aufgenommen haben, und dabei am selben Ort waren.

Afterparty

Ein WordCamp ohne Afterparty ist undenkbar. Also gab es natürlich auch bei uns eine. Wir haben uns dazu im Salz Club getroffen, und den Abend bei gutem Wetter draußen genossen. Dort hatte ich auch endlich die Gelegenheit, mich mit einigen Teilnehmern ein wenig länger zu unterhalten, besonders mit unseren ausländischen Gästen. Ich weiß nicht wie, aber irgendwie habe ich es geschafft, bis 2:45 Uhr durchzuhalten, bevor ich mich auf den Heimweg gemacht habe.

Oh, fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass natürlich auch wieder unsere “inoffiziellen Maskottchen” der deutschsprachigen WordCamp Community zu Besuch waren. Die drei bezaubernden Hunde von Carole und Alain.

Der Tag danach

Da das WordCamp am Samstag war, haben einige Teilnehmer die Gelegenheit genutzt um einen Tag länger (oder auch mehr) in Berlin zu bleiben und die Stadt zu entdecken. Ich haben uns zuerst an der Strandbar gegenüber vom Hauptbahnhof getroffen (ich bin erst später am Nachmittag dazu gestoßen, nachdem ich gut gefrühstückt hatte) und am Abend haben uns Carole und Alain eines ihrer Lieblingsrestaurants in Berlin gezeigt. Dort habe es sehr leckere traditionelle japanische Suppen zu essen.

Fazit

Dies war mein erstes WordCamp als Lead-Organizer. Und obwohl es in den Monaten zuvor und an den zwei Tagen des Events selbst sehr viel Arbeit war, habe ich jede Minute davon genossen. Ich möchte mich hiermit bei meinen Mitorganisatoren, unseren Freiwilligen, den Sponsoren, den Speakern und den vielen Teilnehmern herzlich bedanken. Ich freue mich schon auf das nächste WordCamp in Berlin. Ich möchte ja noch immer die Teilnehmerzahl für 2019 “ein wenig” erhöhen. Aber hierzu ein anderes Mal mehr 😉 Ich hoffe, dass es unseren Teilnehmer gefallen hat, und sie das WordCamp als eine tolle Community-Erfahrung in Erinnerung behalten.

P.S. Und ja, natürlich hat nicht alles so funktioniert, wie es hätte laufen sollen. Ich sitze noch immer an der Nachproduktion der Videos für WordPress.tv, da nur etwa bei der Hälfte der Sessions keine Probleme mit der Videoaufzeichnung aufgetreten sind. Beim Rest fehlen Bild- und/oder Tonspur. Aber ich bin noch guter Dinge, dass wir letztendlich (fast) alle Videos hochladen können. Es bedeutet einfach nur, dass meine Arbeit als Organizer noch nicht ganz zu Ende ist 🙂 Das ist sie ohnehin noch nicht, da ich auch im Orga-Team von WordCamp Europe aktiv bin, das in zwei Wochen startet. Es gibt übrigens noch bis Mittwoch Tickets zu kaufen 🙂

Veröffentlicht von

Bernhard ist fest angestellter Webentwickler, entwickelt in seiner Freizeit Plugin, schreibt in seinem Blog über WordPress und andere Themen, treibt sich gerne bei den WP Meetups in Berlin und Potsdam herum und läuft nach Feierabend den ein oder anderen Halbmarathon.

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